Freitag, 19. Januar 2018

Vom WiederNEUfinden

Mir fällt es schwer Dinge wirklich abzuschließen, die nicht mit einem ordentlichen Knall zu Ende gehen. 
Leicht war es damals in der Schule, oder im Studium, wo es einen echten letzten Tag gab, ein Datum, ab dem man wirklich nicht mehr irgendwo hinzugehen hatte. 
Aber was ist, wenn ein Lebensabschnitt sich langsam dem Ende zuneigt, wenn die Übergänge fließend sind?

Was waren wir nicht alle überrollt von der Veränderung, die eine Geburt mit sich bringt beim ersten Kind... Obwohl wir da ja einen tatsächlichen Zeitpunkt hatten, an dem konkret etwas anders wurde. Trotzdem haben wir etliche Zeit gebraucht, bis wir es schafften 1x am Tag zu duschen...

Noch zäher ist die Zeit nach dem Kinderkriegen. Die Kinder sind nun da, aber was macht man mit dem angebrochenen Frauenleben, wenn die Gebärzeit abgeschlossen ist?

Das danach hat viele sehr verschiedene Aspekte. Allesamt körperlich, wenn man seinen Körper zurückerobert - langsam. Diese Phase ist nicht mit der Geburt abgeschlossen. Auch nicht nach dem Abstillen, sondern erst wenn das Kind selbstständig richtige Strecken läuft, redet und sich von der Mutter über mehr als 10 Minuten abwendet. So lange dauert die körperliche Fremdbeanspruchung.

Das ist leider etwas, was viel zu selten diskutiert wird. Was macht es mit mir als Frau, wenn mein Körper über viele Jahre anderen zur Verfügung zu stehen hat? Überhaupt ein weites Feld, denn wieviele Väter haben sich schon einmal gefragt, wieviel fremde Personen sie gleichzeitig im eigenen Körper ertragen mögen? Einen Gedanken, den man anderen schlecht erklären kann und Männern schon gleich gar nicht. Es ist eine Frage, die sich nur eine Frau mit kleinem Kind stellt.

Langsam, oft auf holprigem Wege kehrt ein halbwegs berechenbarer Zyklus zurück und mit ihm die ewig gleiche Frage: Ist meine Fruchtbarkeit nun Freund oder Feind, jetzt wo ich mit dem Gebären durch bin? Jetzt, wo man beide Seiten der Fruchtbarkeitsmedallie kennt, was macht man nun damit? 

Schwer wiegt in mir die Erkenntnis, dass ich einerseits an dem Punkt stehe - mal wieder - wie werde ich nicht mehr schwanger? Und andererseits um die tiefgreifende Bedeutung dieser Gabe weiß? Ich mag sie nicht mehr verteufeln. Ich mag nicht mehr darunter leiden, schwanger werden zu können. Eigentlich mag ich diese Fähigkeit vor allem los sein. Fruchtbarkeit kostet sehr viel Kraft. 
Also muss ich nach Lösungen suchen, meine Gebärfähigkeit in den Griff zu bekommen. 
Egal welchen Weg frau da aber wählt, einfach gibt es für uns nicht. Hormone, Langzeit-Verhütungsmittel - hat alles massive Nebenwirkungen. Eine Operation? Ist auch nicht ohne. 

Und schon nimmt das Keinekindermehrkriegen wieder einen riesigen Raum im Kopf ein. Es ist furchtbar.

Aber es gibt da eben auch den zweiten Aspekt, wenn man den eigenen Körper zurückerobert. Mit der Heilung aller Wunden, mit der Regulierung allerlei Hormone, mit diesem KopfwiederausdemSandziehen kommt auch das Körpergefühl zurück und auch die Lust. 

Sex und Kinder - da wurde ja auch viel darüber geschrieben. Nichts davon behandelt annähernd, wie es ist, wenn man den eigenen Körper aufgibt und dann wiederfindet. Mit Narben. Mit einem sehr viel intensiverem Körpergefühl, weil das eigene Gehirn den eigenen Körper so viel besser kennt, als vor 10 Jahren noch. Und so wundern wir uns, wie genau unser Gehirn doch gespeichert hat, wie empfindsam welcher Punkt in unserem Körper jetzt ist und wie schmerzempfindlich.

Und auch hier bleibt die Frage, inwiefern jemand damit umgehen kann, der keinerlei Vorstellung hat von dieser neuen Körperlichkeit? Frausein 2.0 würde ich es nennen. Back to normal ist da gar nicht vorgesehen. Ob Männer überhaupt ahnen, zu was Frau nach diesem Update im Stande ist? Und wie kompatibel ist eigentlich die Frau 2.0 mit dem Mann 1.0? Noch so eine Frage, die sich ausschließlich Frauen stellen.

Wenn das Kinderkriegen vorbei ist und man nicht mehr der Mensch ist, der man mal war, dann ist es schwer zu behaupten, die größte Veränderung bei Kinderkriegen sei, dass da eben jetzt ein Kind da ist. Selbst mit allem, was ein Kind so an äußerlichen Veränderungen und Zwängen mit sich bringt. 
Wenn man gelernt hat, Kind und Kegel zu jonglieren, dann steht man dennoch morgens vor dem Spiegel und blickt in das Gesicht einer erwachsenen Frau, die nicht mehr so leicht abzuspeisen ist, wie die junge Frau damals, als man sich zuletzt im Spielgel selbst erkannt hat. 

Mein erster Gedanke beim Blick in den Spiegel ist allzu oft: Aber holla die Waldfee, an der kommt hier keiner mehr vorbei!
Das tut sehr gut. 
Das macht es durchaus schwer.

Donnerstag, 18. Januar 2018

Vom Durchhalten

Im letzten Post beschrieb ich meine Veränderung durch die Geburten der Kinder.

Nun will ich über die Zeit des Stillstandes, des Ruhens schreiben.

Es ist diese Zeit, wenn das Kind auf der Welt ist und alles still steht. Diese Zeit, in der völlig wurscht ist, was in der Welt passiert, weil man auf den wenigen Quadratmetern zu Hause derart beschäftig ist, dass da einfach keine Welt da draußen mehr ist.

Es ist diese Übergangszeit, in der das Baby in der Welt ankommen soll und sich die Familie neu ordnet und sich alle Rollen neu fügen. 

Diese Zeitspanne beträgt mitnichten einige Wochen oder Monate. Es sind die ersten 1,5 Jahre.
!,5 Jahre des permanenten Umbruchs, bis das jüngste Familienmitglied soweit entwickelt ist, dass es der Mama zentimeterweise mehr Luft zum Atmen lässt. Zwischen 18 und 24 Monaten wird einiges einfacher, weil nicht ausschließlich mehr Mamas Arm der bevorzugte Aufenthaltsort ist, weil halbwegs normales Essen möglich ist, weil 'selba' an Bedeutung gewinnt, weil Sprache ins Spiel kommt.

In den ersten 2 Jahren jedoch lag mein Augenmerk immer sehr auf dem Kleinstkind der Familie. Meist war ich sogar wieder schwanger und versuchte Kind und Fötus unter einen Hut zu bekommen. 

Diese ersten Jahre, in denen stand hier zuhause immer die Zeit still. Jedenfalls die Zeit in meinem Kopf. Es war mir unmöglich mich an zukunftsgewandten Gedanken zu orientieren.

Heutzutage soll ja alles so schnell gehen, nach ein paar Monaten sollte man sich eingespielt haben und weiter geht's dann mit dem Hamsterrad. Nach nem Jahr wieder zu arbeiten, Alltag zu stemmen - natürlich ist das möglich. Allerdings hat das dann mit Zukunft gar hinzu tun. Es fehlt ja die Zeit der Muse und Orientierung, die Zeit des geistigen Aufatmenkönnens, die Zeit sich Fragen über die eigenen Perspektiven zu stellen.

Bei T3 bin ich oft froh, gerade nicht zu arbeiten. Zum Einen kann ich zum ersten Mal das Kleinstkindalter voll genießen, ohne mit einer weiteren Schwangerschaft kämpfen zu müssen.
Zum Anderen kann ich mit dem Kinderkriegen wirklich abschließen, mich fragen, wer ich bin, was ich will, wohin es mit mir gehen soll, in welchem Umfang... 
Mit den drei Kindern ist ein echter Neuanfang nötig. Aus den alten Mustern bin ich zu sehr raus, aus den alten Ansprüchen, mein Marktwert ist inexistent, an der beruflichen Vergangenheit anknüpfen völlig unmöglich geworden. 
Dennoch hat es auch diesmal 1,5 Jahre gedauert, um den Kopf frei zu bekommen. Soweit zu kommen, die Muse zu haben und die Fokussierung überhaupt über mein weiteres Leben und vielleicht sogar Ziele, nachzudenken. Überhaupt realistische Ziele zu definieren, Träume zu träumen...
Neu Anfangen. Auf Level 2: mehr Kinder, weniger Chancen, keine Zeit.
Mal so nebenher geht das nicht. 
Doch jetzt, jetzt kann ich es mir gerade leisten, mir grundsätzliche Fragen zu stellen. Ein echter Luxus. Allerdings auch keine lustige Aufgabe. Aus sich selbst neue Träume zu generieren, neue Gedanken zu wagen, die Vereinnahmung abzulegen und mit so viel mehr Lebenserfahrung zu fragen: Was will ich? Wer bin ich denn jetzt?

Jetzt, da mein Kopf die Ecken vom Kinderkram entrümpelt. Was ist da noch da von mir?
Es ist, als müsste ich das Haus meiner verstorbenen Eltern räumen und mich bei jedem Teil fragen, ob ich das als Erinnerung behalten will, ob das weg kann, ob das noch gut ist... Dabei ist niemand gestorben. 

Nur die junge Frau mit einem gänzlich anderen Leben und Lebensentwurf ist gewichen. An ihrer Stelle ist nun eine erwachsene Frau, die Verpflichtungen hat, Verantwortung trägt, eine Frau die ganz neue Welten erschaffen hat in den letzten Jahren - nur nicht für sich selbst.

Die Zeit des Stillstandes geht zu Ende. Meine Welt beginnt sich wieder zu drehen. Begleitet von Ängsten und Hoffnungen. 
Die junge Frau von damals ist zu einer leisen Erinnerung verblasst. 
Und wenn ich heute in den Spiegel schaue, so frage ich mich oft auch laut: 'Wer bist du, du da im Spiegel, nicht alt, nicht mehr jugendlich, wer zum Teufel bist eigentlich?'


Montag, 11. Dezember 2017

Vom Aufgeben.

Seit geraumer Zeit arbeite ich an etwas. Etwas, was unheimlich schwer ist. Etwas, was ein Schweinegeld kostet. Etwas, was nur mich betrifft. Etwas, was ich ganz alleine entscheide und mich nicht nach Meinungen anderer richte. 

Seit geraumer Zeit arbeite ich an meiner Zukunft als Ich.

Wie es dazu kam und wie dabei läuft wird mehrere Posts in Anspruch nehmen. 


Also fangen wir am Anfang an.


Der erste positive Schwangerschaftstest liegt nun schon viele Jahre zurück. Im September 2010 war das. 
Bis dahin lief in meinem Leben nicht alles perfekt, aber ich war auf nem echt guten Weg. Ich hatte Lebensfreude, ein relativ ordentliches Selbstbewusstsein, einen durchaus starken Glauben an mich selbst und eigentlich auch eine gute Portion Körpergefühl.

Dann fing ich bereits vor dem Schwangerschaftstest an zu Kotzen. Die größte Veränderung von allen in meinem Leben waren nicht die äußeren Lebensumstände, die sich mit Kind ändern. Es war die feindliche Übernahme meines Körpers durch jemand anderes. Jemand, den ich nicht kannte, den ich aber eigentlich lieben sollte und wollte und der einfach mal mein Ich K.O. schlug und ne Art Diktatur in meinem Kopf und meinem Körper errichtete. Fortan war ich Gefangene eines winzigen Kindes. 
Die erste Schwangerschaft war schön. Ich genoß das. Ich war eine dieser erwartungsfrohen, strahlenden Schwangeren. Allen Beschwerden zum Trotz.

Aber ich war nicht mehr ich. Es war dieses berühmte 'sich selbst zurück nehmen'... Die eigenen Bedürfnisse nicht vergessen - das hat mir natürlich eingeleuchtet. Aber es ging schlicht nicht mehr. Das Kind wuchs und es nahm mehr und mehr Raum ein, egal wie eisern ich den Raum verteidigte. Das Kind übernehmen mein Leben. 

Ich könnte bis heute nicht sagen, wie ich es hätte anders machen sollen. 
Mein Körper gehörte nicht mehr mir. Meine Gedanken gehörten nicht mehr mir. Es kam nicht von anderen - auch - aber nicht nur. Es kam aus mir heraus. Aus meinem Innersten. In jeglichem Wortsinne.

Das Kind war da. Der Körper heilte. Langsam. Entsetzlich langsam. Ich hatte tatsächlich angenommen, dass nach einigen Monaten Rückbildung das meiste wieder ok sein sollte. Wie kam ich nur auf diesen Gedanken?

Es dauerte länger. Sehr viel länger. Etwa 1,5 Jahre. Bis sich mein Körper wieder anfühlte wie ich. 

Dumm genug wollten wir ja zügig ein weiteres Kind. Also bin ich direkt wieder schwanger geworden. Selbes Spiel, höherer Einsatz. 
Mein Kopf gehörte weitestgehend T1, der Körper wurde direkt in Besitz genommen von T2. Mit voller Wucht. Mehr Kotzen, mehr nicht mehr können, mehr Beschwerden - von allem mehr. Dazu ein Kleinkind. Schlafen weg, Kopf weg, Körper weg. 
Von außen alles gut in Schuss, von innen gähnende Leere. Eine Art Geisterzustand. Klar hab ich nach außen noch um meine Träume gerungen. Aber in Wahrheit muss ich zugeben, es war nur noch Kind. Kind hier, Kind da, Kind überall. In mir, auf mir, einfach überall. 

Tage getaktet nach den Kindern. Nächte getaktet nach den Kindern. Diese schreckliche Geburt. Und nix heilte. Wie oft erzählte ich allen, die's nicht hören wollten, dass mein Körper nur noch ein Schrotthaufen war. Alle meinten, ich habe ja ein weiteres Kind wollen. Ich hörte sogar den Spruch, von Müttern in Afrika, die doch auch 20 Kinder kriegen könnten ohne so zu jammern. 
Ach ach. 

Hatte ich tatsächlich angenommen, ich würde ganz normal ich bleiben? 
Ich hatte es mir ganz fest vorgenommen. Und wurde doch in den ersten 5 Minuten des Ringens zu Boden gedrückt, angezählt und - aus.

Also von nun an Kind. Kind links, Kind rechts. Kind vorne, Kind hinten. Der Körper heilte nicht. Langes Stillen. Zu langes Stillen. T2 gab meinen Körper einfach nicht frei.
Nach 1,5 Jahren wurde es besser. Heile war nichts. Aber der Plan stand ja. Noch ein Kind.
Eine nicht ganz frühe Fehlgeburt: Hormone an, Hormone aus. Der Körper niedergeknüppelt von Blut. Wochenlang.

Dann T3. Die fällt nicht mit der Tür ins Haus, wie T2. Langsam, zaghaft und wie eine Lawine kam sie angerollt. Angelegt als Zwilling, der 2. Embryo absorbiert in der 8-9 Woche. Aber dennoch erstmal die doppelte Dosis Kotzerei.
Ich war froh, als es nur eines war. Ich hatte ja noch den Plan einiges anders zu machen, weil ich ja 'wusste' was auf mich zukam. Einen Scheißdreck wusste ich. Mein Körper gab endgültig auf. Ich gab endgültig auf. Innert weniger Wochen Schwangerschaft, gab ich einfach auf. Ich war zu fertig, zu müde, zu mürbe von der Übelkeit, zu wenig Schlaf wegen der Kinder, zu wenig von allem. Die Tage über war ich mit der Kita allein mit den Kids, nachts war ich allein allein. 
Kein Kreislauf, keine Energie, mein Körper stellte zunehmend gewisse Funktionen ein. Das Kind innen fraß mich auf, die Kinder außen turnten mich kaputt. Es entglitt mir einfach alles. 

Es ist das Wesen von T3. Sie ist so, zuckersüß und zäh wie Schneckenschleim. Sie überzieht einfach alles mit ihrer Patina. Es ist nicht wieder wegzuwischen. Sie setzt sich in allem und bei allem fest, wie der Rauchgeruch einer verqualmten Party. Lüften nutzt nix. Der Geruch bleibt einem in der Nase. So ist T3. 
Und mein Körper war diesmal tatsächlich kaputt. Zerrissen, medizinisch an der Grenze zum echten Problem, mental war nichts mehr da mein Fähnchen hochzuhalten.
So ist T3 bis heute. Sie ist 20 Monate und schläft immer noch einfach gar nicht. Sie zerrt an jedem Nerv, den sie findet. So ist sie einfach.
Damit hatte ich nicht gerechnet.

In der Rückschau ist mir ganz unheimlich, welche körperlichen Anstrengungen da hinter mir liegen. Allein vom Austragen, Gebären und Großziehen dreier Kinder. Mental war alles gebunden. Gebunden durch Dinge die mir sonst so passierten. Aber vor allem gebunden durch die vielen Kinder, die unaufhörlich an mir zerren, sobald ich verfügbar bin. Ich kann gar nicht so viel nachschlafen, wie ich müde bin, um die Dauerpräsenz zu stemmen.

Nein, ich hatte das tatsächlich nicht so krass erwartet, damals 2010, als ich ein Baby wollte. Ich muss völlig verrückt geworden sein.

Und ich weiß, dass ich nicht allein bin damit. Dass so manche Mutter diese Wucht unterschätzt hat. Und auch den manchmal einsamen Kampf gegen die Vereinnahmung.

Und auch die Relativierung all diesen Erlebens durch Männer und die Gesellschaft. Schließlich sind wir Frauen doch dafür gemacht. Und man denke doch an die Frauen in Afrika - so ein Bullshit. Als ob das dort denen leichter fallen würde. Aber dieses Argument, das Kinderkriegen sei doch unsere Bestimmung, das ist nicht tot zu kriegen. 

Es ist unsere Fähigkeit, unsere Gabe, unsere absolute Superkraft. Es ist unser Zauber, das weibliche Antlitz Gottes. Es ist nichts, was man mal geschwind nebenher erledigt, wie noch ein Brot zu kaufen. Es ist eine verdammte Superkraft aus dem Nichts einen fertigen Menschen dahin zu stellen. Einfach so. Und an keiner Frau der Welt geht das spurlos vorüber. Sollte es auch niemals. 

Aber, dass es auch eine Art mentale und körperliche Selbstaufgabe ist, dass man sich selbst einem anderen menschen zum Wachsen als Gefäß zur Verfügung stellt. Das sollte nicht verschwiegen werden. Daran haben so viele zu knabbern.

Donnerstag, 9. November 2017

Aina für alle ist Aina von uns.

Aina ist meine Freundin. Sie kommt aus Shanghai und lebt seit 5 Jahren in Deutschland. Sie ist nach dem Studium hierher gekommen. Mit ihrem Mann. Aina hat ihre große Liebe geheiratet. Sie hat ihn schon in der Grundschule kennen gelernt. Die beiden sind Einzelkinder. Das ist in China so.
Ainas Mann ist Physiker am MPI. Und sie zog ihm um die halbe Welt hinterher. Sie ist Chinesischlehrerin und hat hier in der Erwachsenenbildung gearbeitet: Chinesisch-Deutsch für Deutsche.
An Deutschland liebt Aina die Freiheit und die Individualität. In Shanghai ist alles viel strenger, der Druck viel höher, die Gesellschaft viel rigider. 

Ainas Tochter Dorin ist genauso alt wie T3. Eines dieser zuckersüßen asiatischen Babys, natürlich mit schwarzen Kulleraugen und glänzendem, schwarzem, langem Haar - schon bei der Geburt.
Dorin ist und war eigentlich ein relativ unkompliziertes Kind. Gut, sie war zur Geburt in Beckenendlage, weswegen man unbedingt einen Kaiserschnitt machen musste. Aber Aina hatte damit kein Problem. Mit den Schmerzen und den langanhaltenden Problem mit der Narbe ein bisschen. Aber das Stillen lief super. Eigentlich war alles ok. anstrengend, aber ok. 

Es gab gute Nächte und schlechte. Es gab einfaches Einschlafstillen und ewiges Geschrei. Es gab Schnupfen und Brei und viele Spaziergänge. Aina fragte mich auf diesen Spaziergängen oft, wie ich dies oder jenes mache und war ganz überrascht, dass so Vieles mit Kindern einfach Machen ist. Klar hat sie viele Ratgeber gelesen. Und dann war sie verwirrt, weil das Baby nicht so wollte, wie's im Ratgeber stand und überhaupt... 
Wir kennen das alle. Wir sind da alle durch einen ähnlichen Erfahrungsmarathon gegangen.

Aina ging mit Dorin ins PeKiP und zum Babyschwimmen. Sie machte alles genau so, wie man es machen sollte. Weil ihr Mann nur 1 Monat Elternzeit nach der Geburt hatte, war sie leider allein für die tägliche Babyversorgung zuständig. Aber Wissenschaftler können nunmal nicht ewig zu Hause bleiben. Geld und befristete Verträge und Paper und so. 
Aina meldete das Töchterlein im nächsten Montessori-Kindergarten an. Mit 12 Monaten sollte die Eingewöhnung sein. Dann wollte Aina wieder halbtags arbeiten gehen. Darauf freute sie sich sehr, denn aus verständlichen Gründen hatte sie ja keine Familie in der Nähe. 

Sie haben auch nur eine kleine Wohnung, weil beide ihre inzwischen pensionierten Elternpaare finanziell unterstützen. Die wohnen am Rande von Shanghai und dort ist alles fürchterlich teuer. Aber von dort waren sie ja auch gewohnt auf engem Raum zurecht zu kommen. Hier an ihrer Haustür hängen riesige Spruchbänder mit chinesischen Zeichen. Traditionelle Segenssprüche und Glückssymbole.

Nach 6 Monaten kamen Ainas Schwiegereltern zu Besuch. Natürlich wohnten sie auch in der 50qm Wohnung und blieben 3 Monate - so lange geht das Besuchsvisum maximal. Aina war schon irgendwann genervt, aber immerhin waren das Oma und Opa und sie mochte beide und naja, es waren ja nur 3 Monate.

Jedenfalls kam also irgendwann die Eingewöhnung und das Abstillen und es sollte jetzt alles viel viel leichter werden. Ja und die Zähne kamen ja auch. Egal.
Blöd war irgendwie, dass Dorin vollkommen auf Aina fixiert war. Auch nach Wochen des Eingewöhnens weinte das Kind stundenlang im Kindergarten. Also kündigte Aina den Platz und beschloss einfach noch eine Weile länger zu Hause zu bleiben. Manchmal ist das halt so. Ist ja ein Kind und keine Maschine.

Dann kam der Sommer und endlich war Dorin groß genug für den Spielplatz. Ab jetzt würde das Kinderhaben mehr Spaß machen. Man konnte raus und das Kind konnte mit anderen Babys im Sandkasten buddeln. 
So saßen wir also im Sommer auf dem Spielplatz und Aina sagte zu mir: 'Du, kann ich dir was erzählen?'
Ich nickte, auch weil das schon so unheilvoll klang.
'Ich bin wieder schwanger.'
'Oh.'
'Erst ganz frisch.'
'Darf ich gratulieren, oder brauchst du ne Schulter zum ausheulen?'
'Ich glaub beides.'
'Klar.'
'Ich wollte schon ein 2. Baby. Aber nicht so schnell. Das war nicht geplant.'
'Ja, das glaub ich. Passiert halt.'
'Was mach ich denn jetzt? Zwei so ganz kleine Kinder...'
'Durchhalten. Was besseres fällt mir nicht ein. Kann ich helfen?'

Aina gewöhnte sich an den Gedanken. 
Dorin konnte zwar noch nicht laufen, aber sie würde das schon schaffen.
Dann kam die Übelkeit. Und die Müdigkeit. Und die Rückenschmerzen. Und irgendwann kamen die Tränen.

'Ich schaffe das nicht. Dorin will nur auf den Arm. Sie läuft noch nicht dabei ist sie schon 16 Monate!'

'Dorin schläft nicht. Sie bekommt Zähne. Ich bin so müde. Und mir ist so schlecht. Ich habe schon 5 Kilo abgenommen.'


'Mein Mann hat jetzt eine neue Arbeit in Konstanz. Aber ich bleibe noch hier. Ich habe hier ja den Arzt und ich schaffe keinen Umzug.'


'Meine Schwiegereltern kommen wieder her. Sie wollen mir helfen mit Dorin. Weil ich ja immer allein mit ihr bin. Ich schaff es nicht mehr in die Babygruppe oder zum Einkaufen.'


'Der Arzt hat gesagt, ich habe Diabetes und das Baby wird krank. Aber mir ist immer noch so schlecht. Ich kann gar nichts essen.'


'Dorin schläft immer nur 20 Minuten Mittags und dann um 17 Uhr nochmal.'


'Wenn ich in Konstanz bin, dann werd ich ganz alleine sein. Ich kenne da doch niemanden. Was soll ich denn bloß tun?'


Ich sitze bei Aina auf der Couch, hab ihr ein Ensemble genäht für das Söhnchen und für Dorin unser altes Wutsch mitgebracht. Ich tröste, relativiere, beruhige, spreche Mut zu. Und ich höre zu. 
Ich besorge Sachen, biete an mit zum Arzt zu gehen. 

Aber alle Hilfe ändert nichts.

Ainas Geschichte ist die einer ganz normalen, gut gebildeten, engagierten jungen Frau, die nichts falsch gemacht hat.
Ainas Geschichte ist die eines ganz normalen Zerfalls eines Lebensentwurfs in Deutschland 2017. 

Aina sitzt tief in der Falle. Das weiß sie. 
Aber sie weiß nicht, wie sie da hineingeraten konnte. Ausgerechnet sie. Sie hat doch studiert und war ambitioniert und hat keinen Macho geheiratet und sie wollten beide Kinder.
Und jetzt weiß Aina weder, wie sie in diese Situation geraten ist, noch wie da wieder rauskommen soll. Und ihre Kraft reicht gerade so bis zu jedem neuen Tag. Aber nicht weiter.

Aina ist eine von uns. Wir sind viele. 

Mittwoch, 4. Oktober 2017

ohhohooo - we're in the army now

Die letzten Wochen waren anstrengend für mich. Ich spürte einen unglaublichen Druck auf mir und unser Leben geriet ein bisschen aus den Fugen.

Was passiert ist? Nicht viel. Und doch alles.

T1 kam vor zwei Wochen in die Schule.


Schule. Bildung. 
Große Worte. Schlagwörter. Unser Privileg als reiches westliches Land. Wir schicken hier jedes Kind zur Schule auf dass es eine grundlegende Bildung genieße. 
Muss man sich leisten können.
Muss man sich leisten wollen.
Bildung ist eine Verheißung auf ein gutes Leben. Mehr Bildung verheißt gar ein besseres Leben. Auch wenn ich das so nicht bestätigen kann, denn im postindustriellen Zeitalter, was ist da schon die Verheißung?


In der Realität stand ich beim Thema Schule jedoch vor riesigen Problemen. Nich wegen der Schulart. Schließlich bin ich meiner Intuition gefolgt und hab die passende Schule gewählt. 
Nein, emotional war die Schule ein Problem.


Zum einen bin da ich: 
Ich habe mir vor 15 Jahren geschworen, nie nie wieder so ein verkacktes Schulgebäude zu betreten und das Thema Schule endgültig für immer abzuschließen. Ich habe die Schule gehasst - vor allem das Gymnasium. Für mich war es dort eine Tortur.
Ich hatte zwar gute Noten, war aber das einzige Arbeiterkind auf einem Elitegymnasium, immer Außenseiter und bis auf 3 Lehrer innert 10 Jahren bin ich mir bis heute sicher, waren die Oberstudienräte_innen dort alle dämliche Flitzpiepen. Jedenfalls Schule ist und war nicht mein Lieblingsthema.
Leider hab ich das nicht bedacht, als ich mir Nachwuchs zulegte, der mir eventuell Elternabende bescheren wird, bis ich auf die 60 zugehe. Es ist zum Heulen.

Schule war und ist bei mir also besetzt mit vielen Ängsten, Vorurteilen und - glücklicherweise - einer pensionierten Grundschullehrerin als Schwiegerdrachen. Mich treibt auch immer noch der systembedingte Freiheitsverlust um. Zwar sind Schulen heute nicht mehr auf den ersten Blick militärische Bildungsanstalten, dennoch gibt es einen immanenten Unterschied zum Kindergarten.

Ging es im Kindergarten prinzipiell um das Kind, seine Potenziale, seine Bedürfnisse und seine Neugierde (zudem sind wir Eltern dort ja Kunden und genießen bei unserer Privatkita einen gewissen Service), so hat die Schule fast das gegenteilige Ziel. Es ist die Eingliederung der Kinder ins staatliche Bildungssystem mit dem Ziel systemkonforme Bildungsbürger hervorzubringen. Klar gibt es keinen gestrengen Lehrer mehr, der mit der Rute durch die Reihen geht, aber das Schulsystem ist nicht den Schülern zu Diensten, die Schüler haben dem System eine Art Gehorsam zu leisten. Eine im wahrsten Sinne des Wortes Klassengesellschaft im Kleinformat, mit für mich fragwürdigen Definitionen von Beurteilung, Lehrern und Lernenden und zuletzt einem für mich völlig unverständlichen Anspruch von Bildung. 

Bildung wird meinen Kindern zuhause zuteil. Was man in der Schule für Noten auswendig lernt ist keine Bildung. Es ist meiner Erfahrung nach verlorene Lebenszeit. Aber mit dieser Meinung scheine ich nicht die Mehrheit der Eltern zu vertreten. Und schon gar nicht die Meinung der Lehrer.

Ich meine auch nicht, dass sich die Klassenlehrerin meiner Tochter nicht anstrengt und nen schlechten Job macht. Ich meine, dass die Frau die blödsinnige Aufgabe übernommen hat mit diesen Kindern einen Bildungsplan durchziehen zu müssen, der eventuell vielleicht, naja... Also für mich klingt das eher nach 'Was nicht passt, wird passend gemacht.'

Ja und genau davor habe ich Angst, denn mir hat dieses passend-gemacht-werden gar nicht gut getan und T1 ist mir nunmal furchtbar ähnlich und eigentlich hab ich mir jetzt 6 Jahre lang den Arsch aufgerissen, damit sie sich als Persönlichkeit frei entfalten kann... Und nun folgen halt viele Jahre Konditionierung. Das ist irgendwie nicht das bessere Leben, dass ich mir für meine Kinder wünsche. 
Bildung fände ich super. Gute Noten und Reüssieren und unserer Leistungsgesellschaft - nicht ohne nen guten Psychiater. Oder eben eine Mutter, die zumindest zu Hause einen Schutzraum für die Kinderseelen errichtet.

Das mag jetzt für manchen etwas melodramatisch klingen, aber aus so vielerlei Gründen finde ich unser Bildungssystem krankmachend statt chanceneröffnend.

Und dann ist da auch noch die Persönlichkeit meiner Erstgeborenen. Zart, unsicher, gefallenwollend, schon immer sehr fremdbestimmt, schon immer zaghaft und vor allem verträgt sie keine Veränderungen. Sie hasst Veränderungen. Sie würde von sich aus nur nach seeeeehr gründlichen Analysen der Situation und langfristigen Beobachtungen ihr Näschen aus ihrem Schneckenhaus stecken. So war sie schon in der 5. Schwangerschaftswoche. 

Jedenfalls war das letzte viertel Jahr nicht witzig für sie. So liebevoll und behutsam sie von allen auf die Veränderung vorbereitet wurde, so wenig konnten wir ihr die Ängste nehmen. Sie hatte schlicht keine Vorstellung von dem, was da auf sie zukommt, was sie jetzt leisten muss, Angst zu Versagen, Angst alleine zu sein, Angst nicht gemocht zu werden, Angst nicht zu genügen...
Nein, natürlich mache ich hier zu Hause keinerlei Druck. Nein, natürlich habe ich immer und immer wieder erklärt, relativiert, ermutigt. 

Und doch konnte ich die ständigen Fragen der Außenwelt nicht entkräften: 'Jetzt fängt ja der Ernst des Lebens an, freust du dich denn auf die Schule?' Mein wunderbares Kind hat tapfer und mutig jedem 'Nein, ich will gar nicht in die Schule gehen!' entgegen geschleudert. Immerhin das. Manchmal könnte man aber auch die Leute an die Wand klatschen, die einfach so mein Kind zumüllen mit ihren Phrasen!

Das Kind wurde immer unruhiger, ich wurde immer besorgter und so wandte ich mich an hiesige Beratungsstellen und hatte mehrere Gespräche und habe versucht alles richtig zu machen und hab trotzdem nächtelang nicht geschlafen.

Jedenfalls kam der Tag der Einschulung und ja, es gefällt ihr in der Schule. Sie hat gemerkt, dass sie nicht zu dumm ist und erstmal keine Angst zu haben braucht und dass alle nett sind und dass ihr viele Sachen Spaß machen etc.

Jedoch reagierte das Kind so wie es reagiert, wenn jemand mit Forderungen an es heran tritt und Druck ausübt: mit Todstellen.
Und gemeinsam mit Kindergartenpädagogen konnte ich dann die Lehrerin davon überzeugen, dem Kind erstmal ne Chance zu geben aufzutauen. Dabei haben sich natürlich fast alle meine Vorurteile Lehrern gegenüber bestätigt. Und die Rektorin ist ehrlich gesagt der Zwilling meiner Schwiegermutter. Ihr Jahrgang, ihr Werdegang, gleiche Frisur, gleicher Umgangston, gleiches Beharren auf Gehorsam. Voll mein Ding.

Zwei Wochen Schule liegen hinter uns. Ich bin der Lösung meines Problems nicht näher gekommen:
Wie bewahre ich mein Kind vor der Systemkonformität ohne sie in noch schlimmere Schwierigkeiten zu stürzen?
Das Vertrauen ist am schwierigsten. Sie hat einen sehr gut gepackten Rucksack. Sie hat bei mir einen Rückzugsort. Sie ist klug und stark. Aber sie in die Welt mit all ihren Tücken zu entlassen, erscheint mir immer noch unmöglich.

Montag, 4. September 2017

Warum wir weinen.

Ich nehme den nächsten Shitstorm auf in meine Sammlung exemplarischer Darstellungen moderner Lebenseinstellungen. Es geht um einen Artikel in spielgel.online, in dem eine junge Frau skizziert wird, die an allem zu scheitern scheint und bei vielen doch Emotionen weckt. Bei manchen gar Hohn, Spott und den Drang auf sie verbal einzuprügeln. Ich möchte mich weniger mit dem Artikel auseinander setzen, als mit einigen Reaktionen darauf.

Diese Reaktionen waren vorwiegend:
- Soll sie sich halt entscheiden und zu ihrer Rollenverteilung und Mutterschaft stehen!
- Selber Schuld, wenn sie sich nen Mann geangelt hat, der durch Abwesenheit glänzt!
- Die schimpft nur auf's System, statt sich mal richtig anzustrengen! ICH schaff das ja schließlich auch, weil ich muss!

Es geht um Vereinbarkeit. Ein Begriff, den wir gerne in Bezug auf Kind und Karriere benutzen. Ich kenne diesen aber in Hinsicht auf Geldverdienen und alles Andere. Die Vereinbarkeit zu Arbeiten um mein Studium zu finanzieren und gleichzeitig schnell und gut abzuschließen, die Vereinbarkeit von Talenten und Noten - es gibt viele Vereinbarkeiten und vor allem Nichtvereinbarkeiten. Auch die unter Eltern viel diskutierte Vereinbarkeit der Bedürfnisse anderer Familienmitglieder und den eigenen Bedürfnissen. 

Egal worum es sich handelt, es ist eine Gratwanderung mehrere Sachen auf einmal machen zu wollen/müssen.  

Ich möchte aber einige allgemeine Gedanken aufschreiben zur Vereinbarkeit und zu Leistung. 

Zuerst muss ich sagen, dass ich nicht an Vereinbarkeit glaube. Man kann mehrere Sachen innerhalb eines Zeitraumes machen, aber nie wirklich gleichzeitig und je enger der Zeitraum und je größer das Pensum, desto weniger kann man pro einzelner Sache wirklich tun. So werden viele Dinge einfach nur oberflächlich abgehandelt und ich finde das gar nicht schlimm. Problematisch für uns ist ja, dass niemand nur eine oberflächliche Beziehung zu seinen Kindern haben möchte und kein Arbeitgeber jemandem zugestehen würde in der Zeit des Kinderkriegens nur oberflächlich zu arbeiten. So entsteht aus mathematischen Gründen ein Pensum von 200% wo es in der Realität nur 100% geben kann. 
Unter diesem Denkfehler entsteht für viele Menschen ein enormer Leidensdruck. Das wiederum finde ich sehr schlimm.

Ein weiterer Gedanke, der sich vielleicht nicht in unserer Zeit durchsetzt: Unser Leben gehört uns nicht allein. Nichts in unserem Leben gehört nur uns, auch nicht unsere Leistungen. Allein würden wir nicht überleben, wir wären allein noch nicht einmal auf die Welt gekommen, ja noch nicht einmal gezeugt worden. Egal zu was, es gehören immer mindestens zwei Personen zu allem, was in unserem Leben geschieht. 

Unabhängig wieviel wir leisten wollen, können oder tatsächlich tun, unsere Leistung hängt zu einem sehr großen Teil immer davon ab, wieviel andere uns unterstützen, mithelfen, oder uns gewähren lassen ohne uns an den Karren zu fahren. Das gilt für absolut jeden Menschen. Niemand ist unabhängig, niemand kann etwas für sich allein reklamieren. Jeder verdankt anderen etwas, jeder schuldet anderen etwas, jeder profitiert von Leistungen und Gaben anderer und jeder muss andere unterstützen und ihnen etwas der eigenen Ressourcen abgeben. Das heißt Menschsein. Die passende Verhaltensweise dazu nennt sich Menschlichkeit. 

Ganz ehrlich? Mein Ego fände es ganz wunderbar, wenn ich einfach besser wär als andere - klüger, hübscher, perfekter. Es wäre echt toll, wenn ich etwas richtig Gutes mache und es mein Verdienst allein wäre. Eine Erfindung vielleicht, oder ein historischer Moment. Das gibt es ja, das jemand zur richtigen Zeit am richtigen Ort was richtig Großes schafft und ihn alle dafür bewundern und er dann zum Nationalhelden wird. Aber abgesehen davon, dass irgendwelche großartigen Ideen und Taten ungerechterweise Einzelpersonen zugeschrieben werden, hatten diese Menschen viel Glück und viel Unterstützung auf ihrem Weg genau an diesen Punkt. Und Großes ist leider nicht jedem zugedacht. 

Unser Gehirn, unsere Bildung und unsere Gesellschaft erlauben es uns jedoch zu reflektieren, unser Ego bewusst einzuschränken. Die Frage ist, ob es die Erziehung, die jemand genossen hat, erlaubt. Jemand der emotional auf dem Stand eines Kleinkindes ist, der hemmungslos seinen Narzissmus ausleben konnte, oder jemand der einfach einen eher empathielosen Charakter hat, der wird das halt nicht freiwillig tun. 
Und so treffen im richtigen Leben 2 Sorten Mensch aufeinander. Jene, die glauben, sie könnten alles selbst entscheiden, beeinflussen und die sich die Leistungen auf's eigene Hemd schreiben und jene, die ihr Wirken hauptsächlich für andere tun, mit anderen zusammen. Nur wenige sind gänzlich einem Typ zuzurechnen. Aber viele haben eine deutliche Ausprägung. 

Die Krankheit unserer Zeit ist die Überzeugung der Mehrheit, nicht Demut und Hilfsbereitschaft machten eine Gesellschaft stark, sondern perfekte Einzelleistungen. Einer grandioser als der andere, statt alle zusammen grandios. 
Der Denkfehler ist meiner Meinung nach: Wer den Erfolg für sich allein reklamiert, der müsste auch Schuld oder Versagen für sich alleine tragen. Kann aber keiner. Hat noch nie einer gekonnt. Die Last ist zu schwer. 
Es gilt für mich die Devise: Geteiltes Leid ist halbes Leid. Wenn was schief geht, dann auch daran jeder seinen Anteil und keiner das Recht mit dem Finger auf andere zu zeigen. Jeder trägt ein Stück der Verantwortung.

Der Umkehrschluss aber, dass geteilte Freude doppelte Freude ist, den finde ich genial! Kein Konzept für Egoisten, aber Dankbarkeit für die Unterstützung anderer, das Glück sich gemeinsam über etwas freuen zu können, nicht einsam zu sein, zu wissen, dass andere einem etwas gönnen, sich mit einem freuen, das Glück aller - das ist das Einzige, was Geborgenheit schafft. Und Zufriedenheit. Wie kann man sich geborgen fühlen, wenn man einsam mit seiner Leistung auf einem Podest steht und fürchten muss, jemand will sie einem nehmen?

Meine Kindheit, meine Schulzeit, mein Studium, so viele Leute haben nach Kräften in mich investiert. Klar gab es Rückschläge, Versagen und auch Gemeinheiten. Doch alleine, ohne dass auch fremde Leute mir Schulbildung und finanzielle Mittel ermöglicht haben, alleine wäre ich genau das: alleine. Nichts sonst. Alleine wäre ich nicht jemand, sondern niemand. 

Ich bin überzeugt, wollen wir ein gelingendes Leben, so müssen wir andere wertschätzen, ihnen einen Platz und manchmal auch die Hoheit über unser Leben überlassen. Niemand soll sich zum Sklaven anderer machen, die ihn ausnutzen. Aber sein Leben in den Dienst der anderen, des Gemeinwohls stellen, das würde die Welt verbessern. Das würde auch massenhaft die tollsten Leistungen hervorbringen, denn nichts motiviert mehr als die Anerkennung anderer für einen Beitrag zum großen Ganzen. 

Ich durfte schon richtig tolle Menschen treffen, echte Genies mit Nobelpreis und riesigem Lebenswerk. Jeder einzelne davon war voller Demut und Dankbarkeit. Jeder einzelne davon hat von seinen Fehlern erzählt, die er auf Kosten anderer beging und jeder einzelne davon hat diese voller Reue vorgetragen. Jeder einzelne davon hat betont, wie groß der Anteil der Familie, von Freunden und Förderern und der Gesellschaft, die Bildung und Freiheit garantiert, an diesem Erfolg war. Und jeder dieser Genies erzählte von seinem Punkt des größten menschlichen Versagens, den er oder sie niemals verkraftet hätte, hätte er oder sie diese Schuld alleine tragen müssen. 

Wir leben auf Kosten anderer und andere leben auf unsere Kosten. Wir können das, weil andere es uns gestatten, uns Mittel und Wege zur Verfügung stellen, uns Freiheiten lassen, die sie selbst Freiheiten kosten. Es ist nicht unser gottgegebenes Recht. Es ist unsere Pflicht uns anderen gegenüber ebenso zu verhalten. Tun wir das nicht entsteht Ungerechtigkeit. Und manchmal kann sich der Ausgenutzte nicht aus eigener Kraft dieser Ungerechtigkeit erwehren. Darum gibt es den gesellschaftlichen Überbau, der zumindest versucht Hilfestellungen und Unterstützung zu bieten.


Zurück zum Text. 
Ich kann durchaus nachvollziehen, wenn Eltern, die sich den Arsch aufreißen, rausposaunen, andere sollten doch entweder auch ranklotzen, oder zumindest nicht jammern. Für mich symbolisiert diese Reaktion die vollkommene Überforderung in dem Bestreben den 200% zu genügen, wo nur 100% möglich sind. Jemand der so reagiert, weiß sich nicht mehr zu helfen, als andere zu erniedrigen um sein eigenes wackeliges Selbstbild aufrecht zu erhalten. 

Meine Generation leidet an ihrem Egoismus. Auch der Versuch das Menschlichkeitsversagen durch Maschinen, die nicht versagen, zu ersetzen, hat keine Linderung gebracht. Die Menschen verzweifeln daran. Immer höher, schneller, weiter, noch mehr Druck, noch bessere Leistung, noch mehr Perfektionismus, noch mehr Egoismus, nichts scheint die trotzige Einsamkeit in den Herzen zu vertreiben. Das lässt viel Platz für Gehässigkeiten. Sie vergiften jene viel schneller, die sie aussprechen, als jene, an die sie gerichtet sind.

Nicht der bloße Kitaplatz ermöglicht Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder der Wille alles hinzukriegen. Eine Firma, ein Chef, der hinter einem steht, auch wenn man nicht 100% leisten kann, ein Partner, der hinter einem steht, auch wenn man nicht 100% leisten kann, Kinder, die nicht 100% verlangen von ihren Eltern (abhängig vom Alter), Freunde und Verwandte, die nicht Leistung verlangen, sondern ein paar Prozent ihres Lebens dazu geben, damit man überhaupt auf über 100% kommt, eine Gesellschaft, die einem Geld und Bildungseinrichtungen und Betreuung ermöglicht, damit man die 100% nicht in jeder Sekunde erbringen muss, sondern sie flexibel auf einen Lebenszeitraum aufteilen kann - all das braucht es und dazu noch viel Glück und Gesundheit. 

Aber niemand hat von allem immer genug zur Verfügung. Manchmal fehlt das Glück, manchmal das Geld, manchmal die Gesundheit, manchmal die Zeit und Muse, manchmal die Unterstützung. Andere auszulachen, weil ihnen gerade etwas fehlt um 100% von allem zu geben, ist einfach nur scheiße. Es ist gemein, gehässig und falsch. Man sollte dieses Verhalten immer verurteilen. Prinzipiell. 

Die absichtliche Nichtwertschätzung anderer um sich Selbstwert zu verleihen funktioniert nicht. Aber ich sehe auch, dass sich Menschen Selbstwert verleihen, weil sie selbst keine Wertschätzung von außen bekommen. Es ist ein furchtbares Dilemma. Jedoch müssen Erwachsene irgendwann wählen zwischen einer gewissen Demut im Leben und der Demütigung ihrer Mitmenschen. Was für ein Verlust für die Menschheit sind jene, die sich für's Demütigen entscheiden!

Donnerstag, 24. August 2017

Dem Nils seine Tochter und ich.

Ich bin Jahrgang 1981. Als Nils Bokelberg auf dem Bildschirm erschien war ich genau die Zielgruppe. Aber weil ich das letzte Mal mit ca. 18 Jahren einen der damaligen Musiksender geschaut habe, habe ich diesen Namen natürlich längst vergessen. 

Bis... ja bis ich in der Zeit einen Artikel aus der Feder des besagten Herren las. 
Ganz unabsichtlich und doch sehr plakativ erzählt uns der 40-something hier, warum - auch dank Männern wie ihm - es in unserer Gesellschaft mit der Gleichberechtigung von Mann und Frau gar nicht klappen kann!

Herr Bokelberg beschreibt, dass er Feminist sei, weil er jetzt dank seiner fast erwachsenen Tochter auf den erschreckenden Gedanken kam, dass die als Frau später schlechter bezahlt werden könnte für gleich gute Leistung, wie ein Mann. Voll ungerecht! Ja und da müsse er jetzt aber unbedingt Feminist sein, denn so geht's ja nun wirklich nicht!

Nach Lesen besagten Artikels verspürte ich den Rest des Tages den sehr starken Wunsch, in stereotypischen Wippbewegungen meinen Kopf gegen die nächste Wand zu schlagen. Ich weiß gar nicht, wo ich da anfangen soll, Herrn Bokelberg zu widersprechen. Versuchen will ich es dennoch.

1. Die Tochter macht offenbar bald Abitur. Danach macht sie eine Ausbildung oder studiert. Jedenfalls wird sie erstmal einige Jahre Arbeitserfahrung sammeln. In dieser Zeit ist es höchst unwahrscheinlich, dass die junge Dame mit ungleicher Bezahlung konfrontiert wird. Lohnungleichheit ist während der Ausbildung kein so großes Problem. Man kriegt da generell nicht zu viel. Auch nach dem Studium ist der Unterschied zwischen der Bezahlung kein Geschlechterproblem. Eventuell studiert die Tochter Pädagogik und wird Erzieherin. Dann verdient sie vielleicht zwar weniger, als ein gleichaltriger BWL-Studierter, aber das liegt daran, dass wir die Wertigkeit der Branchen schon unterschiedlich einordnen. Da könnte Herr Bokelberg nun einhacken, warum man in diesen oder jenen Berufen so viel weniger verdient, als in anderen... Es trifft ja hier die Pflegeberufe. Aber auch klassische Männerressorts, wie Abfallwirtschaft, Bau oder Landwirtschaft sind furchtbar unterbewertet. DAS ist voll ungerecht, denn ohne Bauer, Bauarbeiter oder Müllmann würde der Banker elendig unter nem Baum hocken, verhungern und die Gegend mit seiner verwesenden Leiche verseuchen.
Das Branchenwertigkeitsproblem spricht Herr Bokelberg aber nicht an.

2. Nehmen wir an, die Tochter studiert Jura und verdingt sich bei einer Versicherung. Abgesehen davon, dass all diese Bürojobs bald überflüssig sein werden, nehmen wir an, sie würde dort eine Art unteren Managementposten bekommen aufgrund guter Leistungen. Dann wird es interessant. Angenommen sie verschreibt sich der Karriere, gründet keine Kleinfamilie, sondern arbeitet Tag und Nacht, dann hat Herr Bokelberg recht. Sie wird wohl mit geschlechtsbedingten Lohnunterschieden und der gläsernen Decke konfrontiert werden.
Ich will das nicht wegdiskutieren. Das ist tatsächlich ungerecht. Die Dame wird dann etwa Anfang 40 sein und männliche Kollegen werden an ihr vorbeiziehen und sie wird vielleicht als Frau aus dem Jungsclub ausgeschlossen werden und nie ins obere Management aufsteigen. 
Ob ihr Vater dann noch lebt und sie ihm wohl ihr Leid klagen wird und er dann entrüstet aufschreit 'Hab ich doch damals schon gesagt! Ich bin ja Feminist!'? Vielleicht wird er aber auch über seine bulgarische Altenpflegerin schimpfen, die immer nur den Pflegeroboter reinschickt, weil sie nicht selbst zu ihm rein mag, weil er immer anzügliche Bemerkungen macht - man weiß es nicht.
Es bleibt die Frage, wie hoch die Wahrscheinlichkeit dieses Szenarios ist und wie linientreu Herr Bokelberg seiner Tochter das Bürokarriereleistungsstreben eingeimpft hat.

3. Kommen wir also zu dem wirklich entscheidenden Punkt, weshalb Frauen weniger Geld bei gleicher Qualifikation verdienen. Es sind natürlich die Kinder. Das Kinderkriegen scheint für Herrn Bokelberg nun gar kein entscheidender Punkt zu sein, denn er erwähnt es mit keiner Silbe. 
Natürlich weiß ich nicht, wie Herr Bokelberg seine Elternschaft gelebt hat. Ist er beim Kind zuhause geblieben, hat es betreut und Nächte durchgemacht - nicht nur 2 Wochen lang, sondern 12 Monate lang... Hatte er dadurch finanzielle Einbußen und hat er hinter nur stundenweise gearbeitet. Hat er sich nicht nur Sorgearbeit, sondern auch Hausarbeit 50/50 mit der Mutter des Kindes geteilt? Ja, ich weiß es nicht. Ich frage mich nur, ob nicht jemand, der all die herabwürdigenden Erfahrungen, die mit verminderter, kinderbedingter beruflicher Leistungsfähigkeit einhergehen, gemacht hätte, diese auch in einem Artikel über feministische Väter unterbringen würde? Vielleicht bin ich ja ein Alien, aber ich hätte das in diesem Fall doch erwartet. 
Spontan würde ich also sagen, Herr Bokelberg hält sich selbst für einen dieser ominösen neuen Väter, mit einigen Wochen Erziehungszeit und Windeln wechseln und mal zu nem Elternabend gehen. Aber so richtig mit dem Vereinbarkeitsproblem scheint er mir nicht konfrontiert worden zu sein.

Klar, es muss nicht jeder in der Vereinbarkeitsfalle so tief drinnen sitzen, wie ich. Aber die absolute Oberflächlichkeit des Artikels lässt mich wütend zurück. Denn ich sehe hier ein schreckliches Problem!
Männer, die sich selbst als Feminist bezeichnen, sich öffentlich so darstellen als würden ihnen feministische Themen am Herzen liegen und als würden sie diese durch Reflexion in einem bekannten großen deutschen Medium der Gesellschaft ins Gedächtnis rufen - DIESE MÄNNER SOLLTEN DAS AUCH VERDAMMT NOCH MAL TUN!

Nils Bokelberg reflektiert in seinem Artikel nichts, aber auch gar nichts feministisch Diskutierenswertes. Er nimmt eine seit Jahrzehnten durch alle Medien geschleifte, allen bekannte Statistik und ruft: Ey, voll ungerecht!
Es interessiert ihn ja auch nicht aus Gerechtigkeitsgründen, sondern weil er hier den Löwenpapa für seine Tochter spielen will. Er reflektiert leider gar nicht, sondern will nur so erscheinen, denn er spricht nicht einen Punkt an, der wirklich zum Gender-Pay-Gap führt. Keine Teilzeitarbeit, keine Karriereknick durch Babypause, keine Renteneinbussen durch vorübergehende Nichtberufstätigkeit, keine Vorurteile bei Bewerbungen junger Mütter, keine Mängel in den Betreuungsmöglichkeiten durch andere Personen - etwa den Vater! - damit die Mutter voll berufstätig sein kann, keine Einschätzungen von Personalern 28jährigen Frauen gegenüber. Ach und natürlich auch nicht, dass ne Kindergärtnerin, die 10 Stunden schuftet weniger verdient als ein Verwaltungsmitarbeiter mit geregelten Arbeitszeiten im Büro. 

Kurzum, Herr Bokelberg will reflektiert wirken obwohl sein Artikel einem direkt entgegenschreit 'Ich hab überhaupt gar nix reflektiert!' So kann er natürlich - ganz zufrieden mit sich selbst - nach getaner feministischer Äußerung behaupten, er hätte sich ja eingesetzt. EINEN SCHEISS HAT ER! Im Gegenteil, er macht Frauen mit besagtem finanziellem Problem das Leben schwer, weil er sich wie ein fetter nasser Sack in den Weg legt und meint er hätte ne Erkenntnis gehabt. Damit ist ja dann seine geistige Tiefe genug gefordert gewesen und weiter braucht er sich nicht damit auseinander zu setzten. Feminismus wäre also auf der Lebens-ToDo-Liste auch abgehagt. Diese schiere Ignoranz gegenüber Ungleichbehandlung, die hier in der Öffentlichkeit mit Stolz zur Schau getragen wird ist einfach nur desaströs. Übrigens auch für seine Tochter. 

Problem nicht erkannt, Problem nicht gebannt, aber trotzdem abgehackt. Unfassbar. So wie der Artikel es schildert, ist es ausreichend sich Feminist zu nennen, nicht weiter drüber nachzudenken, Probleme zu ignorieren und - zack ist man Superdaddy. Im Übrigen ein schlimmes Phänomen in unserer Gesellschaft, dieses so tun als ob und einfach ignorieren, dass man damit Ungerechtigkeit zementiert. So eine Scheiße!

Im Kontrast zur gehobenen Managementposition, wie wahrscheinlich mag es wohl sein, dass die Tochter von Herrn Bokelberg dereinst bei ihm vor der Tür steht, alleinerziehend mit 2 kleinen Kindern, keinen Cent in der Tasche, weil sie keinen Job kriegt als Alleinerziehende, ohne Wohnung, weil sie schnell weg musste von ihrem prügelndem Partner, aber keine Wohnung kriegt, allein mit 2 Kindern und ohne Job? 

Lieber Herr Bokelberg, Sie haben eine Tochter. Sie haben berechtigten Grund zur Sorge, Sie haben berechtigten Grund Feminist zu sein und für die Rechte, die Wertschätzung und die Gleichbehandlung Ihrer Tochter zu kämpfen! Aber Sie haben keinerlei Recht, die Rolle Ihrer Tochter in unserer Gesellschaft zu ignorieren!
Ungleiche Bezahlung von Mann und Frau ist eine Folge von geschlechtsspezifischer Diskriminierung, sie ist nicht die Form der Diskriminierung selbst. Die Diskriminierung von Frauen entsteht zum Großteil durch Männer im besten Alter, die sagen 'Was wollt ihr denn, ich persönlich würde nie eine Frau diskriminieren!' und die Probleme dann schlicht negieren. Herr Bokelberg, Sie sind kein Feminist, sie wollen gern Feminist spielen und strengen sich dabei noch nicht einmal an! Sie sind ein Pseudofeminist.

Montag, 7. August 2017

Felsenfest wie 10 Elefanten

Mir kamen ein paar Gedanken nachdem ich diverse Vorstellungsgespräche hatte. 

Ich werde aufgrund meines Lebenslaufes recht häufig eingeladen. Schliesslich bewerbe ich mich auch sehr deutlich unter meiner formalen Qualifikation, weil es auf dieser Stufe schon gar keine Teilzeitjobs gäbe. Also such ich einen 'normalen' Job. 

In 'meiner' Branche finden Vorstellungsgespräche zu 90% bei männlichen Vorgesetzten statt. Präziser, bei echten Superheldenvorgesetzten, die sich selbst für die Allertollsten halten, unterirdische Manieren haben und die gerne möchten, dass man bei ihnen um einen Job bettelt. Mir ist es mehr als einmal passiert, dass das Chefchen bei seiner Sekretärin einen Kaffee bestellt hat, oder sich selbst einen vorbereitet hatte und mir nicht einmal ein Wasser angeboten wird. 

Bei diesen Gesprächen, die auch nicht mal halbwegs der Form eines Bewerbungsgespräches folgen, geht es ausschließlich darum, wieviel ich trotz Kindern arbeiten könne und weshalb ich jetzt überhaupt ne Lücke im CV habe. Meine formale Qualifikation ist gar kein Thema. Allein die Kinder werden thematisiert. 

Mir wird dann auch wirklich jedesmal von den Herren versichert, dass sie ja wüssten wie anstrengend das sei mit Kindern, denn die Herren der Schöpfung haben alle Kinder. Gern breiten sie dann aus, dass sie es ja kennen, das Vereinbarkeitsproblem, die Erschöpfung und die Sorge...

Bereits an diesem Punkt wird mir direkt klar, dass ich das Gespräch besser abbreche, denn ich würde innert 5 Tagen diesen Job bei diesem Chef verlieren, weil ich ihm sehr deutlichen machen würde, dass er leider darüber einen Scheiß weiß und ich ihn für einen Dummschwätzer halte. 

Ich hatte auch bereits 1 Vorstellungsgespräch bei einem Frauenkommittee. Dort waren die Kinder gar kein Thema. Den Job bekam ich nicht, weil sie mich mit meinem Enthusiasmus nicht geeignet hielten, Routinearbeiten zu erledigen. Auch blöd, aber ein richtig stimmiges Gespräch hatte ich zumindest.

Und zudem bin ich im Elternbeirat des Kindergartens und damit Ansprechpartner für die Eltern und als einzige Mutter im Kiga mit drei Kindern merke ich auch, dass Väter anders mit mir reden. Sie wollen, dass ich merke, wie sehr sie sich kümmern. Dann labern sie ewig, statt einen konkreten Punkt anzusprechen und am Ende soll ich ihnen möglichst eine gute Vatereignung bescheinigen. 

Kurzum, ich merke so oft, wie es Männern allein um die Bestätigung ihrer Heldenhaftigkeit geht, selten aber um den Inhalt der Arbeit und schon gar nicht um die Kinder. Selbst bei den Vätern, die zumindest die Kindergartengruppe ihrer Kinder kennen.

Eine Zeit lang habe ich mich darüber aufgeregt. Dann kam mir ein Gedanke:
Liegt es vielleicht nicht nur am männlichen Narzissmus, dass die Herren so aggressiv reagieren? Liegt es etwa tatsächlich auch daran, dass ich mit drei Kinder der Inbegriff von körperlicher und mentaler Stärke bin?

Kann es sein, dass die Fähigkeit Kinder zu kriegen und diese aufzuziehen etwas ist, das als Bedrohung aufgefasst wird von Menschen, die nur durch etwas Können und Förderung und viel Glück in eine gehobene Position gelangt sind?
Ich will Chefs nicht generell absprechen, dass sie nicht wirklich fähige Leute sind. So mancher ist in seinem Fach tatsächlich recht begabt. Aber die Qualifikationen außerhalb des rein sachlichen scheinen mir ein sehr unterbewerteteres Kriterium zu sein.

Mütter jedoch, die zumeist die körperliche Anstrengung ein Kind auszutragen und auf die Welt zu bringen und dann die mentale Stärke der Fels in der Brandung für die Familie zu sein, aufweisen - diese Frauen sind stark wie 10 Elefanten. Vielfach nicht weil sie es wollten, sondern weil es der Lauf der Dinge ist. Mütter sind Menschen, die tatsächlich die körperlichen und geistigen Grenzen zu überschreiten wissen, die bewiesen haben, wie stark sie sind. Etwas, was den meisten Männern einer westlichen Gesellschaft tatsächlich nicht abverlangt wird. Die meisten Männer und Frauen hier haben diese Stärke nicht manifestiert. Das Muttersein als Abzeichen.

Ein diskriminierender Gedanke. Aber für mich durchaus eine Erklärung der Strukturellen Benachteiligung vor allem von Müttern und auch Vätern, die tatsächlich zum Großteil an der Erziehungsarbeit beteiligt sind. 

Der Eindruck entstand bei mir, weil ich von Männern eben so behandelt wurde. Nicht wie eine Aussätzige, vielmehr wie eine Bedrohung. Und leugnen kann ich so vieles nicht. Nicht, dass Kinder und Karriere unvereinbar sind. Aber auch nicht, dass ich eine enorme mentale Ruhe und Stärke entwickelt habe. Meine Ausstrahlung ist von außen wie ein Statement zu verstehen: Es gibt wenig, was mich im Alltag echt umhauen könnte. Gedöns tangiert mich nunmehr nur noch peripher. Aufgeplustertes wird von mir wohlwollend belächelt, denn ich kenne dies aus der Kleinkindphase meine Kinder. 

Menschen, die ihre Erscheinung auf viel heiße Luft aufbauen, müssen mich quasi als Bedrohung ansehen. Alles was nicht Substanz hat wird von meiner Gelassenheit zügig zu den Akten geschoben. Viele scheinen auch verwirrt, dass ich sie respektiere und höflich und freundlich bin - aus Überzeugung - aber mich ihr Rumgepöble und Aufgeplustere nicht beeindruckt.

Vielleicht ist das Muttersein einfach eine alltägliche Möglichkeit mal kurz so ein paar geballte existentielle Erfahrungen zu machen und einige andere Gepflogenheiten dazu in Relation zu setzen.

Klar muss man nicht Mutter sein, um solche Erfahrungen zu machen. Frauen ohne Kinder und Männer generell können das ja auch ohne Kinder am eigenen Leib erleben. Aber Kinder zu bekommen scheint mir ein besonders schöner Weg zu sein, diese Erfahrungen zu sammeln. Man braucht dabei weder Extremsportarten auszuüben, noch tödliche Krankheiten zu überwinden.

Es gibt wohl manche Männer, die Kinder auch als existentielle Erfahrung erleben. Aber das sind eher nicht die, die eine Mutter am Vorstellungsgespräch runtermachen um ihre Position zu behaupten und am Ende versuchen herbeizureden, sie wüssten wie anstrengend das mit Kindern sei - obwohl sie 60h/Woche arbeiten. 

Und je länger ich darüber nachdenke, umso logischer erscheint mir, dass ich für solche Männer eine Bedrohung sein muss. Ich könnte sie aus dem Stehgreif in ziemlich vielen Situationen in die Tasche stecken ohne mich dabei anstrengen zu müssen. Eigentlich alle Mütter, die ich kenne könnten das. Vor allem für Narzissten muss das ein rotes Tuch sein.

Montag, 3. Juli 2017

Don't attachment parent me!

T3 ist nun 15 Monate alt. Ein sehr süßes Alter, aaaaber aufwendig. Bis die Restzähne dann endlich da sind. Und das Kind so gut läuft, dass man es mitlaufen lassen kann und es auch rennen kann. Und das Kind halbwegs anständig sprechen kann. 15 Monate sind eine Umbruchzeit. Und das wird ja noch ne ganze Weile so gehen. 15 Monate ist kein Baby mehr, aber auch noch nicht so richtig Kleinkind.

Mal am Rande, T3 ist mit Abstand das süßeste meiner Babys, auch wenn die anderen bildhübsch waren und sind. T3 hat am meisten Babyspeck und ist am witzigsten von meinen Töchtern. Darum hat man permanent das Bedürfnis dieses Kind zu knuffen und kitzeln und anzublubbern. Es überkommt einen einfach. Jeden, der mit der Dame zu tun hat.

Jedenfalls werde ich oft angesprochen, eben weil ich das Kind oft im Tuch dabei hab und auch noch stille und mich die superinformierten Akademikereltern hier damit sofort in bestimmte Kategorien einstufen und mich ansprechen, weil sie meinen in mir eine Gleichgesinnte im Kampf um das bestgebundenste Kind zu treffen.

Das ist dann immer sehr kompliziert, denn iiiirgendwie bin ich ja gar nicht das, was die suchen. Ich bin nicht AP. Und ich mein das vollkommen ernst. Ich selbst rechne mich keinesfalls zur AP-Fraktion und ich will das bitteschön auch gar nicht haben. Ich selbst rechne mich auch keinesfalls zu den Langzeitstillenden.

‚Ja aber warum denn nicht? Du machst doch alles faktisch wie bei AP, warum willst du das denn nicht sein?’

Tja, auch das ist schnell geklärt. Ich kümmer mich bei fast allem, was ich so mache nicht darum, was das Kind will, was für’s Kind das beste wäre, wie man dem Kind den bestmöglichen Start ins Leben ermöglicht. Darüber denke ich seit vielen Jahren nicht mehr nach weil es mich schlicht nicht interessiert. Ich bin eine dieser blöden Mütter, die sich so sehr sie nur kann nach ihren eigenen Bedürfnissen richtet und macht, was für sie selbst am besten ist. Ich interessieren mich zwar für meine Kinder, aber nicht für Kindergedönse.

Ich identifiziere mich nicht mit AP-Elternschaft. Ich mag wohl bindungsorientiert leben – zum Großteil, aber auch da klebe ich nicht am Kind. Ich hatte noch nie Probleme ein Kind abzugeben. Die Babys mit wenigen Monaten in die Kita, T1 ging mit 1 Jahr allein mit Papa in Ferien, alle Kinder gehen so mit 2 Jahren regelmäßig zu den Omas in Ferien für mindestens 1 Woche – meistens sind es 2 Wochen.

Ich klebe irgendwie nicht an den Kindern. Ich gebe sie ab, sobald sie mich nachts entbehren können. Die Nächte sind der Hauptfaktor. Aber wenn ich den Omas die Nächte zumuten kann, dann sind die Kinder reif für die Ferien – oder ich – je nachdem wie man’s sehen mag.

Und ich freu mich dann, wenn sie wieder heim kommen, aber ich vergess sogar meistens anzurufen und die Kinder vergessen das auch und in 2 Wochen bei Oma kann es locker sein, dass wir so 4 Mal telefonieren. Und keinen stört’s. Klar habe ich mal 2 Minuten, in denen ich ein Kind dann vermisse. Aber 2 Minuten alle paar Tage ist nicht gar so viel.
Und ja, ich stille immer noch. Semifreiwillig. Nach den ersten harten Wochen mit T1 denke ich nimmer über’s Stillen nach. Ich hab’s bei T1 dann einfach getan, bis ich nimmer mochte. Bei T2 hab ich beim ersten Anlegen gar nicht drüber nachgedacht und dann auch gestillt, bis es mir zu blöd wurde. Bei T3 schaut’s ähnlich aus. Ich schmachte beim Stillen das Kind eigentlich nie an. Ich summe zwar meist, aber im Grunde schließe ich fast immer die Augen und mach ne geistige Pause oder zücke das Handy.
Warum ich so lange stille kann ich gar nicht richtig sagen. Bisher kam noch nicht der Punkt, an dem ich aufhören wollte. Das ist glaub der Hauptgrund. Es funktioniert und ist v.a. nachts praktisch. Ich stille aber nach meinen Regeln. Wenn’s mir an nem Tag zu blöd wird, muss das Kind ne Flasche nehmen, oder hungrig bleiben.

Ich hatte ja immer das Problem, dass die Kinder lieber Brust wollen und keine Flasche. Aber wenn ich mich nicht gut fühle, an dem Tag schon öfter gestillt habe oder als Nuggiersatz herhalten soll, dann wird ich irgendwann stur und dann gilt: Flasche oder keine Milch. Gibt zwar meistens erstmal Geschrei, aber das kann ich ab.

Und das Tragen? Ganz ehrlich? Ist das einfachste. Ich bin viel mitm Auto unterwegs oder Fahrrad oder ÖV. Und Wagengedönse finde ich unheimlich nervtötend. Einladen, ausladen, in der Staßenbahn andere zusammenquetschen – alles vollkommen unnötig. 
Also nehm ich meist den Sling. Im Laden, bei den Treppen im KiGa, zum Auto etc... Und wenn ein Kind rumquengelt – zack ab ins Tuch, stört das Kind schon nimmer. Ich brauch meine beiden Hände frei für die anderen Kinder oder für sonstwas. Also ab ins Tuch aufn Rücken oder in den Sling. Ich mach da sehr schnell kurzen Prozess.
T3 hab ich als Baby viel im Wagen gehabt, obwohl sie das oft scheiße fand, aber meine Symphyse hat auch so über ein Jahr gebraucht, um halbwegs zu verheilen. Tragen, weil das Kind das das Beste für’s Kind ist, hab ich noch nie gemacht. Immer nur, damit ich meine Ruhe hab. 
Auch die Neugeborenen. Ja, die wollen immerzu aufn Arm, aber was soll man auch sonst tun, wenn das Kind erst Ruhe gibt, wenn’s aufn Arm kommt und man aber keinen Bock hat den ganzen Tag ein Baby aufm Arm zu haben? Bleibt ja bloß Umschnallen.

Bleibt noch das Familienbett. Das haben wir, weil – ach aus den üblichen Gründen. Die Kinder kommen ja doch ins Bett bis sie 8, 9 Jahre alt sind. Babys wollen ja doch, dass einer da ist und dann haben die auch noch Hunger oder Nuckeln oder sonstwas. Ja und ich bin doch nicht bescheuert und steh 1000 Mal die Nacht auf um in verschiedene Zimmer zu latschen. Das ist mir ernsthaft viel zu blöd. Also haben wir halt ne riesen Liegefläche im Schlafzimmer und da kann jeder neben jedem so schlafen, wie er mag und Ruhe is.

Was ich nie machen würde ist z.B. BLW-Kochen. Babys kriegen bei mir immer irgendwie ein Stück Brezel zum Anlutschen oder Nudeln zum Matschen oder ne Möhre zum Säbeln, aber da extra so ein BLW-Ding zu veranstalten – auf die Idee würd ich im Leben nicht kommen. T3 lebt quasi von Brei (was es für uns gibt püriert), Gläschen und Quetschies. Hauptsache wenig Aufwand, wenig Sauerei und transportabel ohne ewig eintuppern zu müssen. Ich bin keine Apfelschnitzmama. Und ich geb dem Baby auch keine Erdbeere zum rummatschen, weil ich keinen Bock hab das Zeug wieder sauber zu machen. Erdbeere kann’s essen, wenn es richtig essen kann.


Falls mich also nochmal jemand fragen sollte: Nein, ich mach kein AP. Ich bin leidenschaftlicher Anhänger der Methode ‚geschickt und unaufwendig’... Dass da viele Praktiken dabei sind, denen von bindungsorientierten Eltern besondere Bedeutung beigemessen wird, ist echt nicht mein Problem und oftmals einfach Zufall.


Bleibt die Frage, warum ich kein AP-Elter sein möchte, obwohl ich ja schon fast alles so mach?
Die Antwort ist so einfach wie simpel:
Geht's der Mutter gut, ist für alle gesorgt. Im Grunde interessiere ich mich nur bedingt dafür, wie ich die beste Bindung zu meinen Kindern hinkriege. Ich gehe davon aus, dass ich mich am besten und liebevollsten und offensten um die Kindern kümmern mag und kann, wenn ich fit und halbwegs glücklich bin. Das würde ich eben aber nicht spontan als AP bezeichnen. Ich sehe die Bedürfnisse meiner Kinder und wenn ich die Ressourcen frei hab, ihnen das zu geben, dann tu ich das. Und weil's mir gut geht, mach ich das aufrichtig gerne und für's Kind passend. Bedürfnisse befriedigen kann ich aber nicht, wenn ich Stress hab, es mir schlecht geht oder mich alles nervt. Dann will ich nämlich am liebsten nur meine Ruhe vor den Kindern.

Es ist auch nicht im Sinne, ist die Mutter glücklich, sind automatisch alle Kinder immer glücklich, gemeint. Da steigen mir dann wieder die Eltern von Schreikindern auf's Dach, weil man die fälschlicher Weise immer beschuldigt, der Grund für das Schreien zu sein.
Nein, viel eher in dem Sinne: geht's der Mutter gut, dann kann sie für die Kinder gut sorgen. Eine zufriedene Mutter kann den Schlafmangel besser ab, lässt sich vom Schreibaby nicht so leicht aus Konzept bringen, erträgt die Streitereien und Trotzphasen der Kinder viel gelassener - sie kann sich einfach viel eher mit nem Lächeln auf den Lippen um diese nicht endenwollenden Kinderbedürfnisse kümmern und auf die Kinder eingehen. 

Und ja, leider ist der Umkehrschluss, dass sich z.B. Mütter mit Wochenbettdepressionen sehr viel schwerer tun auf ihre Kinder einzugehen. Aber die sind daran nicht Schuld im klassischen Sinn, dass sie sich dafür bewusst entschieden hätten. Dennoch sind diese Situationen sehr viel schwerer, als wenn Mama glücklich und zufrieden ist. 
Darum schau ich zu, dass ich möglichst glücklich und zufrieden bin, dann haben meine Kinder die besten Chancen das auch zu sein. Und das sind sie, ganz ohne bekennende AP-Mutter.